Elektroroller SolarMobil SC-25

Testbericht


SC-25 in Fahrt

Erster Eindruck

Eines fällt sofort auf: der SC-25 sieht in Wirklichkeit viel schöner aus als auf den Fotos, die man nur aus dem Internet kennt. Auch die Farbkomposition gelb/schwarz gefällt. Ansonsten hinterlässt der SC-25 einen sehr modernen und soliden Eindruck.

SC-25 von vorne
Hersteller/Importeur


Der Elektro-Roller SC-25 wird von der Firma Solar Mobil aus Deutschland importiert und ist zur Zeit (Oktober 2008) der erfolgreichste eRoller im Programm dieser Firma. Daher nehmen wir diesen Roller etwas genauer unter die Lupe, weil auch wir ihn in unser Verkaufsprogramm aufgenommen haben. Auch andere eRoller der Firma Solar Mobil stehen unter unserer "Beobachtung" oder haben schon den Weg zu uns gefunden.



Technische Daten (Herstellerangaben)

Motor: Bürstenloser DC-Radnabenmotor, 48 V, 2500 W
Batterie: 4x12 V, Bleisilliconakku, 40 Ah
Bremse: vorne Scheibe, hinten Trommel
Leergewicht: 116 kg
Gesamtgewicht: 269 kg
Geschwindigkeit: <45 km/h
Reichweite: 60 km @ 45 km/h  (Prospektangabe !!!)
Steigfähigkeit: bis 20%

Mit dem SC-25 unterwegs - FahrverhaltenSC-25 am Sonnenblumenfeld

Auf dem SC-25 Platz genommen fällt sofort auf, der Lenker liegt gut in der Hand. Dreht man nun den "Zündschlüssel" um eine Stufe nach rechts, passiert nichts. Lediglich das Ansteigen der Batteriekapazitätsanzeige verrät: der SC-25 ist betriebsbereit! Vorsicht, wer jetzt unmotiviert am Gasgriff dreht, was auch Schaulustige gerne machen, wenn sie staunend neben dem Roller stehen, der kann sein blaues Wunder erleben. Der Radnabenmotor im Hinterrad sorgt nämlich ohne Vorwarnung und direkt für Vorschub. Das hat schon so manchen eine Schrecksekunde eingebracht, weil Umstehende mal kurz am Gasgriff drehen wollten und durch fehlendes Motorgeräusch aber nicht damit gerechnet haben, dass es schon losgeht!. Hat sich der Roller einmal in Bewegung gesetzt, beschleunigt er stetig bis zu seiner Höchstgeschwindigkeit. Im Normalmodus kann der SC-25 leicht mit gleichartigen Benzinrollern mithalten, und mit gedrücktem Power-Knopf ist Vmax noch schneller erreicht. Allerdings sollte man mit dem Power-Knopf recht sparsam umgehen, weil sonst die Batterie arg belastet wird und auch die Reichweite darunter leidet. 3x SC-25 und ein Geco 42Das schöne am SC-25 ist, der direkte Antrieb des fast lautlosen Radnabenmotors, der noch dazu sehr sparsam mit dem kostbaren Strom umgeht. Bergfahrten verlieren ihren Schrecken, weil dann die 2500 Watt, die bei gedrückter Power-Taste zur Verfügung stehen, selbst für große Steigungen ausreichen.

Fahren im Regen - der SC-25 bietet einen ähnlich guten Wetterschutz wie andere Roller auch. Durch seinen einfachen Aufbau kann man auch beruhigt einmal bei heftigem Regen unterwegs sein, ohne befürchten zu müssen, dass der Strom in der Elektronik des Rollers "eigene Wege" nimmt! In den Bedienungsanleitungen der meisten eRoller wird ansonsten vor Regenfahrten gewarnt. Einziges Manko: der Regenschutz am Hinterrad des SC-25 ist mangelhaft und man wird bis zum Helm hinauf mit Regenwasser von der Straße angespritzt. Hier hilft nur eine Verlängerung des hinteren Spritzschutzes.

Es macht jedenfalls viel Spaß mit dem SC-25 über kurvenreiche Staßen lautlos und umweltfreundlich dahin zu gleiten. Das Kurvenverhalten ist bei angemessener Geschwindigkeit absolut neutral und man hat stets ein sicheres Gefühl. Bei Problemen die Elektro-Roller auf schlechten Straßen und Wegen haben, weil einfach die Reifen recht klein sind (10 Zoll) und die Federbeine dann schnell an ihre Grenzen stoßen, ist auch der SC-25 keine Ausnahme. Deshalb haben Geländemotorräder auch so große Räder (21 Zoll vorne).

Der Hersteller gibt die Höchstgeschwindigkeit von < 45 km/h an. Das dürfte stimmen. Aufgefallen ist, dass der Tachometer mit seiner Km/h-Angabe etwas großzügig ist. Bei unserer Testmaschine waren es 8-9 km/h zu viel. Die Kilometerangaben waren dafür recht genau. Bei gemessenen 21,4 km (GPS-Gerät) waren es beim SC-25 22,8 km.
Bei der Reichweite soll der SC-25 bis zu 60 km weit mit einer Akkuladung fahren. Ein 85 kg schwerer Fahrer kommt also bei neuen Akkus ca. 40 km weit, allerdings ohne Betätigung der Power-Taste. Bei sehr sparsamen Fahren oder bei einer leichteren Person (Jugendliche) kann man sicher über die 40 km weit kommen. Bei älteren Akkus verringert sich diese maximale Reichweite allerdings!


SicherheitScheinwerfer SC 25

Der SC-25 wird wie die meisten eRoller vorne durch eine Scheibenbremse und hinten durch eine Trommelbremse verzögert. Beide arbeiten absolut sauber und vermitteln ein Gefühl der Sicherheit. Bei der vorderen Bremse drückt sogar ein Doppelkolben auf eine gelochte Scheibe, was auch bei Regen gute Bremswerte ergibt. Druckpunkt ist gut und eine feine Dosierung ist auch gegeben.

Der SC-25 hat große moderne Scheinwerfer, die in der Nacht die Straße sehr gut ausleuchten. Allerdings können die Birnen der Hauptscheinwerfer nicht ohne einer teilweisen Demontage Vorderrad SC 25 mit Doppelbacken Scheibenbremseder Frontverkleidung getauscht werden. Zur pasiven Sicherheit trägt auch das gute Rücklicht und das Standlicht bei.

Man sollte auch erwähnen, dass die Farbgebung gelb/schwarz das Fahrzeug für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar macht, was sich in Städten natürlich positiv auf die Sicherheit auswirkt. Genügend Platz für die Füße des Sozius ist auf der langen Trittfläche vorhanden.


Ausstattung/Designder sparsame Radnabenmotor des SC 25

Das Design des SC-25 kommt allgemein sehr gut an, auch wirkt der Roller recht aufgeräumt und einfach im Aufbau. Man hat nicht das Gefühl vor einem technisch komplizierten Gerät zu stehen und das vermittelt den Eindruck von Robustheit. Was ja auch stimmt. Die Kabel sind sauber verlegt und zu sehen sind nur wichtige Teile wie Motor, Kontroller, und ein Teil des Akkukastens. Lediglich die beiden Seitenteile, die die Hinterradschwinge "zieren" wirken dazugebastelt und haben eigentlich keine Funktion.

Das Ladegerät ist auch nicht im Fahrzeug eingebaut, sondern muss extern angesteckt werden.
der Kontroller des SC 25Das größte Manko des SC-25 ist die zu geringe Beinfreiheit im Bereich Sitzbank zur vorderen Verkleidung. 25cm sind hier reichlich knapp bemessen. Zwei große Erwachsene haben auf diesem Roller keinen Platz. Positiv soll aber hier die lange Trittfläche für die Füße erwähnt werden. Im vorderen Bereich kann der Fahrer seine Füße seitlich rausstehen lassen. Die Sitzbank könnte dicker gepolstert sein, sie ist ein wenig hart und daher bei längeren Fahrten nicht so komfortabel. Der SC-25 hat serienmäßig ein Topcase dabei. Das ist auch gut so, denn auf dem Gepäckträger ließe sich nichts ordentlich befestigen bzw. transportieren. Das Armaturenbrett ist sehr spartanisch und wirkt optisch ein wenig unharmonisch. Bei Nacht ist es zudem nicht sehr gut ablesbar. wenig Platz für die Beine für große Fahrer beim SC 25Die dicken Lenkergriffe liegen aber gut in der Hand und auch die Schalter sind gut erreichbar. Die Rückspiegel verdienen eher die Bezeichnung "Schminkspiegel". Sie sind nicht weit genug auseinander und von der Form her zu schmal. Sicher ein Zugeständnis an das Fahrzeugdesign, was aber eher groß gewachsene Fahrer stört.

Die elektronische "Ausstattung" des SC-25 beschränkt sich ebenfalls auf das Wesentliche. Das Highlight ist der "Power-Schalter". Die Idee dahinter: Im Normalmodus wird der 2500 Watt Motor des SC-25 nur mit der halben Leistung versorgt. Das sind ungefähr 1200 -1300 Watt. Das schont und schützt natürlich den Motor und die Akkus. Erst bei kurz gedrückter Power-Taste steht die volle Leistung für 20 Sekunden zur Verfügung. Eine Temperaturabschaltung für den Motor sucht man daher scheinbar genauso vergebens wie einen Tiefentladeschutz für die Batterie. offenes Top Case beim SC 25Hier ist Eigenverantwortung und etwas technisches Verständnis bzw. Einfühlungsvermögen des SC-25-Fahrers gefragt. Wer seinen eRoller am Berg nicht quählt und den roten Bereich der Akkuanzeige meidet, der kann sicher sein, dass seinem Roller bzw. den Akkus nichts passiert.
Das Helmfach unter der Sitzbank verdient seinen Namen nicht, da hier nicht einmal ein rollertypischer Jethelm Platz findet. Zum Glück hat der SC-25 sein Topcase, in dem ausgewachsene Helme hineinpassen. Ein leichtes Bordwerkzeug hat man dem SC-25 mitgegeben, das dazu dient Verkleidungsteile zu demontieren um an Batterien und Scheinwerfer zu gelangen. Am praktischen Haken an der Innenseite der Frontverkleidung lässt sich schnell eine Tasche oder ein Rucksack befestigen.


FazitTachometer des SC 25

Der SC-25 ist für seine Preisklasse ein hervorragendes Fahrzeug, das wir unbedingt weiterempfehlen. Robust durch Radnabenmotor und einfache Elektronik. Praktisch kein Wartungsaufwand. Nur wer viel zu zweit unterwegs sein will, für den ist die Beinfreiheit des Fahrers zu knapp bemessen. Ansonsten ein eRoller, an dem man bei umsichtiger Behandlung, sehr lange Freude haben wird. Da der SC-25 aber zur Gänze in China gefertigt wird, haben wir in Detailbereichen Fertigungsunterschiede bei den SC-25 Modellen festgestellt, die auf mangelhafte chinesische Qualitätskontrollen zurück zu führen sind. Da wir dieses Modell im Jahr 2008-2009 verkauft haben, konnten wir das durch Rückmeldungen feststellen. Wie sich hier der Importeur bei Garantiefällen verhalten wird, werden wir noch berichten. Der Preis des SC-25 lag im Jahr 2008 bei ca. 1800 Euro.


Erfahrungen nach einem Jahr Praxis


der Power Button dient zur Leistungssteigerung des SC 25 MotorsWas wir vermutet haben, hat sich bestätigt: die sehr unterschiedliche Fertigungsqualität der Chinesen hat einige Teile kaputt gehen lassen. Allerdings nicht bei einem eRoller dieser Klasse, sondern die Ausfälle haben sich auf drei SC 25 verteilt! Da waren ein Lichtschalter, ein Seitenständerschalter, der den Roller zum Erliegen gebracht hat,  und ein Tachoantrieb, ebenso diverse Gummidichtungen, die nach einem Jahr zerbröseln. Zugegeben, das sind nur Kleinigkeiten, aber die kann man durch bessere Endkontrollen vermeiden.

Doch das Hauptproblem, das sich bei einem SC-25 eingestellt hat, ist die schlechte Qualität der Erstausrüster-Batterien. Nach einem Jahr war die Kapazität auf weniger als die Hälfte gesunken. Das darf nicht sein! Experten begründen dieses frühe "Ableben" der Akkus wieder mit dem breiten Qualitätsspektrum chinesische Akkuhersteller. Auf gut deutsch: es ist ein Glücksspiel, ob man gute Akkus erwischt. Selbst, wenn nur ein schlechterer Akku unter den Antriebsbatterien ist, kann das ganze Akkupack nach einem Jahr einen extremen Kapazitätsverlust, bis hin zum Totalausfall, erleiden. Die billigen (schlechten) Ladegeräte sorgen ebenso für abnehmende Kapazität der Akkus. Uns hat der Akkutausch auf AGM-Akkus 350 Euro gekostet.

Da nicht der Motor, sondern die Akkus das Herz eines Elektrofahrzeuges darstellen, ist dieses Manko schwerwiegend. Mehr zu dem Problem der Akkus wird in einem eigenen Kapitel behandelt.

Wenn man, sollte es verfrüht nötig sein, einen Akkuwechsel gemacht und auf hochwertige neue Akkus umgestellt hat, dann ist der SC 25 ein sehr guter eRoller im täglichen Betrieb.
Er geht mit der Energie sehr sparsam um und schont die Umwelt durch Lautlosigkeit im Betrieb - genau so soll es ja sein!

Bericht: Gerald Harbusch (2009)
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