Elektroroller San Remo

Fahrbericht

eONE San RemoDer Elektroroller San Remo der Firma eONE (Elektro-Roller & Bike-Center) aus Kaindorf in der Südoststeiermark konnte im Juli 2010 getestet werden. Und das Überraschende gleich vorweg: er hebt sich in einigen Punkten von seinen Mitbewerbern deutlich ab. Einmal auf dem San Remo Platz genommen, fällt sofort auf, dass er um ein gutes Stück größer ist, als ähnliche eRoller der 45 km/h-Klasse. Auch groß gewachsene Fahrer können entspannt größere Distanzen zurücklegen, auch wenn die Beinfreiheit nicht an die eines Geco 42 oder Geco 2 heran reicht. Die Farbgebung unseres Testmodells muss nicht jedermann Geschmack treffen, aber die leuchtend gelbe Farbe ist im Straßenverkehr gut zu sehen und stellt somit einen wichtigen Sicherheitsaspekt für den San Remo-Fahrer dar. Ebenfalls sehr positiv ist die mit GPS gemessene Höchstgeschwindigkeit von exakt 45 km/h aufgefallen.

Technische Daten (Herstellerangabe!)
Motor: 3000 Watt
Batterie: 48V/40Ah Silicon
Ladezeit: +- 6/h
Max. Geschwindigkeit: 45 km/h
Max. Reichweite: +- 70 km
Bremsen vo/hi: Scheibe/Scheibe
Rad vo/hi: 13 Zoll
Nettogewicht: 143 kg
die Armaturen des San RemoDer San Remo fährt genau so schnell wie er laufen darf und nicht um ein paar km/h langsamer, wie viele seiner Konkurrenten. Erklären lässt sich das damit: der San Remo verfügt über große 13 Zoll Räder statt der üblichen 10 Zoll. Gepaart mit einem großen Radnabenmotor mit 3000 Watt Leistung, fällt ihm die höhere Geschwindigkeit leicht und zudem bedeutet ein großer Motordurchmesser auch ein höheres Drehmoment, was beim Anfahren sofort spürbar wird. Dafür verzichtet dieser eRoller auf einen Powerbutton zur Leistungssteigerung.

Hinterrad mit Radnabenmotor des San RemoDie Bremsen sind hervorragend und das Fahrverhalten ist auch in Ordnung. Einzig negativ ist das stärkere Aufstellmoment der großen Räder aufgefallen, das bei schnellen Kurvenwechseln bemerkbar wird. Die 10 Zoll-Mitbewerber fallen hier einfach leichter in die Kurve. Aber diesen Effekt spürt man wahrscheinlich deutlicher, wenn man sehr viel mit 10 Zoll-eRollern unterwegs ist. Die Instrumente für Geschwindigkeit und Batteriekapazität sind gut ablesbar, sogar eine Uhrenanzeige ist vorhanden. Doppelscheinwerfer vorne entsprechen dem aktuellen Sicherheitsstandart. Die Ausleuchtung und Leuchtkraft im Dunkeln konnte genauso wenig überprüft werden, wie die Reichweite der Akkus.

Topcase des San RemoFazit

Der durchaus positive Gesamteindruck des San Remo wird durch 3 Tatsachen getrübt:
1) das sehr hohe Fahrzeuggewicht mit dem nachteilig hohen Schwerpunkt. Im San Remo sind größere Akkus als in den meisten eRollern verbaut. 2) Das Topcase, das lobenswerterweise vorhanden ist, kann leider nur sehr umständlich geschlossen werden. riesiges Vorderrad am San Remo


3) Die Ladegerätanschlussbuchse am Roller ist, wie bei vielen anderen in Österreich angebotenen eRollern, eine Kaltgerätesteckdose, wie sie an jedem PC zu finden ist. Diese chinesische 0815-Lösung birgt ein gewisses Gefahrenpotential, da es zu Verwechslungen kommen kann. In Deutschland werden diese Steckverbindungen (Ladegerät zu eRoller) oft gegen anständige Stecker getauscht, was auch hier zu Lande geschehen sollte.

Der Preis des San Remo liegt bei 2359 Euro. Es konnte leider der San Remo nur auf einer Website im Händlernachweis der Firma eONE gefunden werden, wo dieser Preis herstammt. Das ist sicher ein fairer Preis für einen soliden Elektroroller dieser Größe und Ausstattung.

Bericht: Gerald Harbusch (2010)
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