Elektroroller IO Florenz

Fahrbericht

Eines fällt beim IO Florenz sofort auf: er gehört zu den Schönsten oder ist für viele sogar der schönste Elektroroller auf dem Markt. Er kann in Punkto Design jeder Vespa das Wasser reichen. Der Florenz ist noch dazu sehr gut verarbeitet und macht einen recht robusten Eindruck. Die Schalter sind Standart, wie bei vielen anderen eRollern und ließen sich bei meinem Testmodell sehr gut bedienen und sind sauber eingerastet.

Technische Daten (Herstellerangabe!)
Motor: bürstenloserGleichstrom-Radnabenmotor, 3500W
Batterien: 48V 46 Ah Bleigel Batterien
                50V 50 Ah LiFePo4 Batterien
Höchstgeschw.: 45 km/h
Reichweite: 90-120 km (je nach Akkutype)
Steigfähigkeit: max. 24%
Gewicht: 143 kg
Der Florenz ist noch dazu sehr gut verarbeitet und macht einen recht robusten Eindruck. Die Schalter sind Standart, wie bei vielen anderen eRollern und ließen sich bei meinem Testmodell sehr gut bedienen und sind sauber eingerastet.
Gefertigt wird der Florenz im gleichen chinesischen Werk wie der IO 1500 GT. Es gibt viele andere Händler und Importeure, die dieses Modell in ihrem Programm anbieten. Der IO Florenz gehört aber zu denen, die nicht nur als Fertigroller importiert und verkauft werden, sondern in Österreich aufgewertet werden. Zu erwähnen ist hier das Ladegerät, das jenem, das sonst mitgeliefert wird, bei weitem überlegen ist. Es kann auch sein, dass bei der Elektronik und den Akkus die IO-Leute ihre Finger im Spiel hatten. Jedenfalls ist dieser Florenz allein aus diesen Gründen empfehlenswert.

Der Autor auf dem IO FlorenzDie abgesetzte Doppelsitzbank, die zwar sehr bequem ist, entpuppt sich aber für große Fahrer als Nachteil. Wäre sie gerade durchgehend, dann könnte sich der Fahrer durch nach hinten rutschen etwas mehr Beinfreiheit verschaffen. Das lässt diese Sitzbank aber nicht zu. Daher ist leider auch dieser eRoller für großgewachsene Fahrer zu klein geraten. Es ist halt wieder nur Platz für den chinesischen Durchschnittsfahrer.

Das Kurvenverhalten und der Geradeauslauf sind beim Florenz sehr gut, da gibt es nichts auszusetzen. Aufgefallen ist, dass der Florenz ein sehr hohes Gewicht mit sich herum schleppt. 143 kg ist beachtlich (ein Solar Mobil SC-25 kommt auf 116 kg und der schwere Geco 42 hat nur 130 kg). Das Gewicht macht sich natürlich beim Beschleunigen bemerkbar. Es ist nicht viel Unterschied zu schwächeren, aber leichteren Rollern. Weil der Florenz seine Akkus nicht (wie zB. der Geco 42) im Boden hat, wandert auch sein Schwerpunkt weiter nach oben, was für das Handling nicht unbedingt vorteilhaft ist.

Bei der Höchstgeschwindigkeit schafft auch der IO Florenz nicht die kolportierten 45 km/h. Mit dem GPS-Gerät gemessen bleiben gerade einmal 41-42 km/h übrig. Aber das kennt man schon von anderen Elektrorollern.

Die Reichweite konnte natürlich auf dieser kurzen Testfahrt nicht überprüft werden. Aber eines kann man trotzdem sagen: 90 km schafft dieser eRoller mit Bleibatterien sicher nicht! Dazu bräuchte es schon starker Rückenwind und max. 20 km/h, was natürlich unrealistisch und uninteressant ist. Er wird bei Vollgas, was ja nur 42 km/h sind, die üblichen 40 km weit kommen (gerade Straße und Windstille!).


Fazit

Wie schon erwähnt, empfehlenswert ist der IO Florenz auf jeden Fall. Sogar Bordwerkzeug wird mitgeliefert und auch Zubehör ist erhältlich. Wer sich so um die Akkus bemüht, wie IO, dem gebührt auf jeden Fall Lob. Denn mit den Batterien steht und fällt ein Elektroroller bzw. das Genießen des selbigen. Für ca. 2700 Euro (Stand 2009) bekommt man einen wunderschönen, wenn auch nicht gerade preiswerten, eRoller.

Bericht: Gerald Harbusch (2009)
Top