Elektroauto Innovech MyCar

Testbericht

Der Verein ZukunftsWerkstatt Verkehr hatte im Juni 2010 die Möglichkeit bei der Firma Strauss in St. Michael (Burgenland) im Rahmen eines Tages der offenen Tür das Klein-Elektroauto MyCar zu testen.


Elektroauto MyCarDas Elektroauto MyCar ist ein Kleinstwagen der Marke Innovech, die mittlerweile dem amerikanischen Unternehmen WM GreenTech Automotive Corp. gehört. Das Design, dieses als Großstadtautos konzipierten MyCar, entstammt aus dem, im Jahre 2002 gegründeten,  Gemeinschaftsprojektes der Designschule der Hongkong Polytechnic University und der Milan School of Design. Die Produktion begann 2006 und beschränkte sich vorerst, aufgrund der großen Nachfrage, auf den südostasiatischen Raum. Angetrieben wurde es von verschieden Verbrennungsmotoren von 50 - 250 ccm. Seit 2008 wird das MyCar nach Frankreich exportiert und seit 2009 auch als Elektrofahrzeug. Inzwischen wurde Innovech International in EuAuto Technology Limited umbenannt.


Die technischen Daten des MyCar  (Stand 2010):
Motor: 48V mit 9,6kW
Batterie: 4x Blei-Akku mit 200Ah
Steuerung: Curtis 1268 (48V, 275A)
Reichweite:70-90 km (Prospektangabe!!!)
Geschwindigkeit: 50 - 64km/h
Leergewicht ohne Akku: 250kg
Abmaße: 260x140x150cm (LxBxH)
Sitzplätze: 2
Preis: 17.000 Euro inkl. Ust



Wir konnten das MyCar als Erste an diesem Tag probefahren. Das bedeutete, die Batterien waren voll und wir konnten das Auto beim Entladen beobachten (siehe Video MyCar).
Wir wollen ihnen an dieser Stelle einfach aufzählen, was uns gut und was uns weniger gut an diesem Auto gefallen hat. Ganz subjektiv natürlich.


Eindrücke die das MyCar hinterlässt:


MyCar mit offener Tür+ Wenn man das MyCar zum ersten mal sieht, findet man am äußeren Erscheinungsbild des Elektrofahrzeuges sofort gefallen. Es ist ein liebes, süßes Auto mit einem Design, das seine Herkunft, teilweise zumindest, aus Italien nicht verleugnen kann.

+ Man steigt in das Auto ein und nimmt Platz. Die Tür ist groß genug. Überraschenderweise ist die Kopffreiheit selbst für großgewachsene Fahrer völlig ausreichend.
Die Sicht ist gut, auch auf die in Wagenmitte angeordneten Instrumente (siehe Foto - weiße Kugel).

- Das Auto ist bedingt durch seine Größe sehr schmal. Man hat als Fahrer links zur Fahrertür hin sehr wenig Platz und man fühlt sich eingeengt.

MyCar von hinten

- Der Kofferraum des Autos ist natürlich nicht sehr groß. Einen richtigen Einkauf kann man zu zweit, wenn auch der Beifahrersitz besetzt ist, nicht unternehmen. Aber das Hauptproblem beim Kofferraum ist die Tatsache, dass der Kofferraumdeckel nicht sehr weit nach oben zu öffnen ist. Man kann Gepäckstücke (Aktenkoffer) nur wie durch einen Briefkastenschlitz "einwerfen" und dabei ist noch nicht geklärt, wie man diese wieder heraus bekommt.

+ Die Motorisierung des MyCar mit 9,6 kW ist vollkommen ausreichend für ein Auto dieser Größe und einer Maximalgeschwindigkeit von 64 km/h.

+- Die Batterien sind Blei-Akkus und über deren Reichweite können wir keine Aussagen machen. Die Prospektangabe muss selbstverständlich, wie in anderen Fällen auch, mit Zweifel betrachtet werden. Für ein reines Stadtfahrzeug ist die Bleibatterie an sich nicht schlecht, da die Reichweite in dem Fall nicht das Wichtigste ist, aber der Blei-Akku den Kaufpreis günstiger macht, als ein Lithium-Ionen-Akku.

MyCar von vorne- Leider müssen wir dem Fahrverhalten ein dickes Minus geben. Auf kurvigen Straßen und beim Rangieren ist das MyCar erwartungsgemäß sehr wendig. Nur, wenn man mit ca. 50 km/h auf gerader Straße unterwegs ist, dann offenbart sich der Nachteil des kurzen Radstandes. Das MyCar dreht und "eiert" um die Hochachse, dass es einem den Angstschweiß auf die Stirn treibt.

- Der Preis: meiner Meinung nach für ein solches Miniauto mit Blei-Akku viel zu hoch (17.000 Euro). Hätte das MyCar zu dem Preis Lithium-Akkus an Bord, dann könnte man über diesen Preis schon reden.

Testbericht: Gerald Harbusch (2010)


Top